Theater & BühneMusikAb 16 JahrenDrinnen
Semele
Freitag, 2. Oktober 2026 · 18:00Nationaltheater
Eine Opern-/Theaterproduktion über eine Frau, die aus ihrer inszenierten Hochzeit in eine selbst erschaffene Parallelrealität flieht.
Worum es geht
Semele Sie ist Statistin ihres eigenen Lebens. Die eigene Lebensrealität ist ihr fremd. Semele wird von ihrem Vater zur Ehe mit Athamas gedrängt und findet sich schlagartig in ihrer eigenen Hochzeitszeremonie wieder, durch die Heiratsindustrie zu einer pompösen Hollywoodszenerie hochgeschraubt. Indem sie sich selbst von außen zu beobachten beginnt, erschafft sie als scheinbaren Ausweg eine Parallelrealität, die sie über ihr Leben stülpt, wo all ihre Sehnsüchte gestillt werden: ein verständiger Vater, ein liebender Ehemann, Selbstbestimmung, kurzum: die Erfüllung. Allerdings temporär und vor allem irreal. Am Ende stünde der Weg zurück in ihr tatsächliches Leben an, in dem sie flugs als Ehefrau durch ihre Schwester Ino ausgetauscht wurde, weil sie ihrer dort zugeteilten Rolle nicht gerecht werden konnte. Semele, physisch anwesend, wird psychisch den Weg in die Realität nicht zurückfinden. Ihr Verstand wird durchglühen. Zu sehr hatte sie sich von der Normalität entfernt. Zu wenig deckten sich die starren Erwartungen an sie als Individuum mit ihrem eigenen Willen. Dieser Grundkonflikt der Semele wurde von William Congreve und Georg Friedrich Händel aus Ovids „Metamorphosen“ in die für die Barockoper gängigen Erzählstrukturen gebettet. Heute kann es auch der Blick auf die einengende Macht des bürgerlichen Korsetts sein. Komponist Georg Friedrich Händel Libretto nach William Congreve Oper nach Art eines Oratoriums (1743) Empfohlen ab 15 Jahren Eine Koproduktion mit der Metropolitan Opera, New York In englischer Sprache. Mit Übertiteln in deutscher und englischer Sprache. Neuproduktion. Dauer ca. 3 Stunden 40 Minuten Besetzung Musikalische Leitung: Leonardo García Alarcón Inszenierung: Claus Guth Bühne: Michael Levine Kostüme: Gesine Völlm Licht: Michael Bauer Video: rocafilm Choreographie: Ramses Sigl Chor: Franz Obermair Dramaturgie: Christopher Warmuth, Yvonne Gebauer Semele: Louise Alder Jupiter: Michael Spyres Apollo: Michael Butler Athamas: Jakub Józef Orliński Juno: Marina Viotti Ino: Avery Amereau Iris: Jessica Niles Cadmus/Somnus: Sam Carl Hohepriester: Roman Chabaranok Bayerisches Staatsorchester Bayerischer Staatsopernchor