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Beyond the World. The Blue Rider
Über die Welt hinaus. Der Blaue Reiter
Do 5. 9Lenbachhaus
Museum exhibition on the Blue Rider artist group and its role in early 20th-century modern art.
O podujatí
Prekladám do slovenčiny…
Über die Welt hinaus. Der Blaue Reiter Zu Beginn des 20. Jahrhunderts formierte sich in München ein Kreis von Künstlerinnen und Künstlern mit einer Vision. Sie hatten das gemeinsame Ziel, die Kunst zu erneuern und die Gesellschaft zu verändern. Besonders wichtig in diesem Unterfangen waren die beiden Ausstellungen der Redaktion Der Blaue Reiter in München 1911–12. Der Titel nahm explizit Bezug auf das Vorhaben des Almanachs: Dieses programmatische Jahrbuch etablierte den Blauen Reiter als Teil eines weltweiten, epochen- und gattungsüberschreitenden Kunstschaffens. Der Blaue Reiter war jedoch mehr als das: Er basierte auf einem Netzwerk des Austauschs, das kulturelle Unterschiede als kreative Ressource verstand. In einem transnationalen Dialog – vom Deutschen Kaiserreich und Frankreich bis ins Russische Reich und in die USA – schufen die Beteiligten neue Bildsprachen für eine sich wandelnde Welt. Viele von ihnen lebten unkonventionelle Lebensentwürfe, stellten Geschlechterrollen in Frage und suchten nach neuen Formen der Darstellung jenseits bürgerlicher Normen. Die Ausstellung rückt ihre wegweisenden Errungenschaften in den Mittelpunkt – von Franz Marc s symbolischer Farbtheorie über Wassily Kandinsky s Abstraktionen bis hin zu Alexander Sacharoff s performativen Grenzüberschreitungen. Besonderes Augenmerk gilt den Künstlerinnen, die – für ihre Zeit ungewöhnlich sichtbar – eine zentrale Rolle in der Bewegung spielten. Neben Gabriele Münter s expressiver Malerei treten ausdrucksstarke Selbstporträts von Elisabeth Epstein , die dramatischen Gemälde der Kosmopolitin Marianne von Werefkin und Maria Franck-Marc s hintergründige Stillleben und utopische Kinderwelten. Bedeutende Neuzugänge zur Sammlung des Lenbachhauses wie die großformatigen abstrakten Kompositionen von Wilhelm Morgner oder sozialkritische Werke von Emmy Klinker und Albert Bloch sind erstmals zu sehen. Mit über 150 Arbeiten eröffnet die Ausstellung neue Perspektiven auf eine der bedeutendsten Bewegungen der europäischen Avantgarde und zeigt, wie aktuell ihre Fragen nach Emanzipation, ästhetischer Praxis und gattungsübergreifenden Innovationen auch heute sind. Der Blauen Reiter verstand Kunst als Botschaft und nicht als bloßes Problem der (schönen) Form. So beschreibt Else Lasker-Schüler 1911 in einem Gedicht die Suche nach einem weiteren Horizont mit den Worten: „Über die Welt hinaus.“ Bild: Wilhelm Morgner, „Ornamentale Komposition XIII“, 1912, Öl auf Leinwand, 105 x 120 cm, Städtische Galerie



