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Sensing Sites: Das Grab als Archiv – Schwarze Frauen und die Ästhetik kolonialer Erinnerung
piatok 27. novembra 2026 · 19:30Munich Kammerspiele – Werkraum
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Vortrag von Prof. Dr. Natasha A. Kelly und eine anschließende Lesung aus „Kula – Zur Schau gestellt“ von Modupe Laja Im 18. und 19. Jahrhundert kamen Schwarze Frauen auf unterschiedlichen Wegen nach Deutschland: über höfische Netzwerke, koloniale Verflechtungen oder sogenannte Völkerschauen. Einige von ihnen starben hier und wurden in deutscher Erde begraben — häufig vergessen, selten erinnert. Der Vortrag liest ihre Gräber nicht nur als Orte des Todes, sondern als Archive, in denen sich Spuren von Gewalt, Verschleppung, Begehren, Trauer und Zugehörigkeit verdichten. Im Zentrum stehen Schwarze Frauen wie Alzire in Bayreuth, Machbuba in Bad Muskau, Cula in München und Jambga in Köln. Ihre Geschichten führen an Orte, an denen sich afrikanische und diasporische Präsenzen, koloniale Machtverhältnisse und deutsche Lokalgeschichte überschneiden. Aus einer Schwarzen feministischen Perspektive fragt der Vortrag, was sichtbar, hörbar und spürbar wird, wenn Friedhöfe, Grabsteine, Inschriften und Leerstellen als ästhetische und epistemische Quellen verstanden werden. Das Grab erscheint so als Ort der Schwarzen Wissensproduktion und als Gegenarchiv zu einer Erinnerungskultur, die Schwarze Frauen noch immer zu selten als Teil deutscher Geschichte begreift. Im Anschluss findet eine diskursive Lesung des Textes „Kula – Zur Schau gestellt“ von Modupe Laja statt, gelesen von Josiane Elodie Siewe.



