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fuga. Klangausstellung von Netta Weiser
Bis 31. MärzHumboldt Forum
Auf smb öffnenInterdisziplinäre Klangausstellung, die Archivklänge mit queeren und diasporischen Geschichten verwebt, für Klang- und Kunstinteressierte.
Worum es geht
Netta Weiser (geboren 1991 in Israel) arbeitet an der Schnittstelle von Klanginstallation, Performance und experimentellem Radio. Der Hörraum im Humboldt Forum präsentiert ihre erste Klangausstellung in Berlin. In ihrer interdisziplinären Praxis entwickelt Weiser choreografische Zugänge zu Klang und erforscht, wie Radioübertragungen verdrängte Geschichten hörbar machen und kollektives Hören temporäre Gemeinschaften entstehen lässt. In „fuga“ verweben sich Archivklänge aus dem Ägypten der 1930er-Jahre, queere Geschichten und diasporische Erinnerungen zu einer choreografischen Hörerfahrung. „fuga“ geht aus Weisers künstlerischer Forschung im Phonogramm-Archiv des Ethnologischen Museums in Berlin hervor. Im Zentrum ihrer Recherche stand eine Sammlung von Wachswalzenaufnahmen, die die deutsch-jüdische Komponistin Brigitte Schiffer (1909–1986) in den 1930er-Jahren in Ägypten anfertigte. Schiffer studierte Komposition und Vergleichende Musikwissenschaft in Berlin. Im Rahmen ihrer Dissertation unternahm sie Feldforschungen in der abgelegenen Oase Siwa im Westen Ägyptens. Mit einem Phonographen dokumentierte sie eine Vielzahl vokaler Praktiken der dort lebenden Amazigh-Gemeinschaft. Zu ihren Aufnahmen gehören seltene Klangdokumente, darunter Frauenlieder, Totenklagen und Arbeitsgesänge. Nach ihrer Dissertation im Jahr 1935 floh Schiffer vor dem nationalsozialistischen Regime nach Ägypten, wo sie die folgenden drei Jahrzehnte lebte und zu einer prägenden Persönlichkeit des …





